nanschy: impressionen

nanschy: vorbei

das lichterfest liegt zum glueck hinter lyon, jetzt ist alles wieder schoen. keine 4 millionen menschen mehr, die wie wild irgendwelchen lichern hinterherrennen und einen dabei in ihrer mitte zerquetschen. im kleinen war das schon alles sehr interessant und schoen, zum beispiel die wie der tradition nach ins fenster gestellten kerzen, die doch ab und zu zwischen all dem gross inszinierten auftauchten. auch in den weniger ueberlaufenen stadtteilen konnte man nettes entdecken, aber im zentrum war einfach nur lichterloveparade. die busse waren zum brechen voll, wenn denn ueberhaupt ein reinkommen war, die metro war teilweise gesperrt und wenn man dann doch im bahnhof war, ging das gerangel ums einsteigen los. menschensuppe vom feinsten, verstopfte strassen und fast aufkommende massenpanik. laut der heutigen zeitung ist aber niemand ernstlich zu schaden gekommen, nur ein ungluecklich verliebter mann wollte sich am sonntag in der rhône das leben nehmen. als er allerdings das eiskalte wasser bemerkte, ueberlegte er sich es doch anders und lief in die arme der polizei…ein kleines resumé zum abschluss, bitte besucht alle lyon, die stadt ist wunderschoen, fuer immer in meinem herzen, aber um gottes willen nicht um den 8.12. merci marie…

nanschy: la vie en rose

unter diesem motto steht uebrigens die puffatmosphaere in den metros, was sich die oeffentlichen verkehrsmittel aber auch immer (und anscheinend grenzuebergreifend) fuer neckische sachen ueberlegen…noch etwas, was mir zum thema metro aufgefallen ist, die frauen schminken sich hier morgens ungeniert in eben solcher. da werden die lippen nachgezogen, die wimpertusche aufgetragen oder einfach nur die haare und kleidung im spiegel gerichtet, ausgiebig natuerlich. am anfang meiner arbeitslaufbahn hier hatte ich immer angst, dass ich zu spaet komme, aber seit geraumer zeit habe ich dieses gefuehl vollkommen abgelegt. zum einen liegt das wohl daran, dass puenktlichkeit hier keine allzu grosse tugend ist und ausserdem befinden sich hier in der oeffentlichkeit keine uhren, nirgendswo. wenn ich unterwegs bin, bin ich immer zeitlos, sehr angenehmes gefuehl, in berlin wird man ja quasi permanent daran erinnert, dass einem die zeit davonlaeuft. auf dem place bellecour steht jetzt das deutsche „europarad“, das groesste transportable riesenrad der welt, welches einen liebevoll mit den worten „herzlich willkommen“ ueber dem eingang begruesst. auch alles weitere ist in deutsch gehalten, die armen franzosen…aber deutsche filme erfreuen sich immer mehr franzoesischer beliebtheit, „la vie des autres“ und „de l‘autre côté“ gehen hier durch die medien wie nuescht, nicht zu unrecht, wie ich finde. vorgestern hatte ich abends ein nettes raclette zuhause mit jean-yves und den kindern, sehr lecker und danach viel geredet, naja, mehr er als ich. aber es geht immer besser, jedenfalls habe ich alle seine familiengeschichten und zukunftsplaene verstanden. er will ein haus direkt am meer bauen, in der naehe von nantes auf einer insel, ich darf auch mal zu besuche kommen. aber bestimmt nicht mein jetziger mitbewohner, der ist naemlich grosser sarkozy-fan, wie ichs mir schon dachte, nen ganz korrekter. gestern meine erste stehtoilettenerfahrung gemacht, schrecklich, aber das cafe war super. das ganze interieur voll 70er, nette bedienung mit whiskystimme und schwarzbier mit fromage.

stephané: hab ich gefunden!

nanschy: belichtung

just in diesem moment habe ich das letzte foto fuer meine zukuenftige mappe entwickelt, bin sehr zufrieden. am wochenende hab ich mein zweites fotoprojekt angefangen, diesmal digital, oder wie die franzosen sagen: numerique, die arme caro musste ganz schoen leiden…ich habe endlich meinen lang gehegten fussfototraum in die tat umgesetzt, die sissi wird wissen wovon ich spreche, oder? caro bitte hier mal auf das dreckige rohr, jetzt links auf das mit rostigen naegeln versehene holzbrett und nun mitten in die fuetze. danach gabs aber ein ausgedehntes fussbad zur entspannung, das hatten wir uns beide verdient. am sonntag hatte ich meine erste racletteeinladung, auch bei caro, genauer gesagt hat das die frau veranstaltet, bei der sie wohnt, madame pegot. war sehr nett, viel kaese und japanerinnen. sie nimmt diese mit vorliebe als untermieterinnen, die sind so ordentlich und zuverlaessig, genau wie die deutschen, sagt sie. samstag endlich mal weggegangen, hab nichts bezahlt, irgendwie gibs hier so ne einladmentalitaet, einer uebernimmt immer die rechnung. naja, dieser typ wollte vielleicht auch zeigen wie viel geld er hat, immerhin war er mit vier frauen unterwegs. am ende ist er aber doch alleine in seinem schicken auto nach hause gefahren…lyon stimmt sich gerade auf das kommende lichterfest am 8.12. ein, unter anderem sind die metros zu diesem zweck mit rosa neonlampen bestueckt, das ist schon ein bisschen porno, die menschen sehen alle total anders aus, ein bisschen unwirklich. gestern sass mir eine frau mit ganz schlecht platinblondierten haaren gegenueber, sah aus wie eine peruecke und das rotlicht dazu…gestern waehrend der arbeit fragt mich laurence: „ça veut dire quoi, l-a-y-o-u-t ? sie lass grad diese mail eines kunden und konnte mit dem wort nichts anfangen, wahrscheinlich wars ein nichtinlaendischer auftrag. dann kam ich rettenderweise zu hilfe: „layout = mise en page“. schon komisch, die franzosen…

Stephané: es weihnachtet sehr …

hallo ihrs,
lange habe ich nix mehr geschrieben. was eimal an meiner faulheit liegen mag,wie auch an der wenigen zeit die ich hier habe. ich bin glücklich, habe menschen kennenglernt die mir sympathisch sind und mit denen ich auch viel unternehmen kann. zudem war jenny hier und es war eine wirkich schöne woche. sie kam am montag früh und so musste sie sich sehr viel selbst beschäftigen, da ich ja bis donnerstag jeden tag 8h im jugendzentrum sein musste. aber wir haben die abende genutzt waren in einem schönen Beisl und haben dort spiele gespielt (abalone, das verrückte labirinth, scrabbel), haben nette filme gesehen und viel geredet. Am freitag waren wir dann in einen erlebnissschwimmbad mit wildwasserkanal, wellenbad und wasserrutsche (mit reifen). wahnsinn, wir haben den kleinen kindern die reifen weggenommen damit wir rutschen können und haben im whirlpool die leute verjagt um alleine zu sein. es hat richtig spaß gemacht, sollte ich wirklich öfters tun. abends haben wir uns mit einigen leuten getroffen und sind dann auf eine fette WG-Party gegangen, es gab eine menge alkohol, viele nette menschen und tanzen bis zum umfallen. ich glaube wir waren ganz schön fertig, jedenfalls haben wir uns wiedermal ein taxi für die heimfahrt genommen. der nächste tag war dann chillen angesagt, den kater wegbekommen mit viel schlafen, leckeren essen, gemeinschaftsspielen und guten DVDs. Wir hatten ja noch den Sonntag und den haben wir richtig genutzt. Wir sind für unsere verhältnisse richtig früh aufgestanden, haben lecker gefrühstückt und sind dann aufgebrochen um die Stadt, die im Schnee wu derschön aussah, zu besichtigen. Ich habe die übliche Strecke gewählt :) Museumsquartier, Hofburg, Volkspark, Parlament, Rathaus. Zwischendrin haben wir uns einen guten österreichischen Kaffee gegönnt. Später waren wir im Freud-Museum, in der originalen Wohnung und Praxis von Sigmund und Anna. Wirklich gut und kann ich nur weiterempfehlen!!! Abends sind wir dann noch auf den Christkindlmarkt (weihnachtsmarkt), glühwein trinken und durch die massen quetschen. In wien haben die Weihnachtsmärkte schon alle mitte november geöffnet und findest du hier an allen großen plätzen. Durch den Schnee und die liebevolle verkleidung der Stadt (überall sind lichter, kerzen und weihnachtsbäume) hat mensch wirklich schon ein gefühl von weihnacht. Eigentlich bin ich garnicht so ein fan von weihnachten, aber hier ist das wirklich was anderes.
Ja, jetzt ist jenny wieder weg und wir müssen über einen monat warten bis wir uns wiedersehen können, schom komisch. nächste woche kommen meine großeltern, ich bin gespannt und hoffe das es schön wird.
hier noch einige bilder:





macht es gut und bis bald
ps: 21.12. gibts in berlin ne fette party!!!

nanschy: der gemeine lyoner

vielleicht ist das auch etwas allgemeiner zu fassen, ginge man von der zentralistischen grundstruktur frankreichs aus. das hiesse dann ‚der gemeine pariser/franzose‘. aber da ich mich nun mal hier befinde, einige kleine anekdoten zum hiesigen leben. aber zu allererst muss ich bemerken, dass mir ‚lyoner‘ nicht gefaellt, klingt wie die wurst, die ich allerdings zugegebenermassen mag. jedenfalls klingt in meinen ohren die bezeichnung ‚lyonese‘ viel schoener, aber ich glaube, das ist falsch, nur mal am rande. generell hab ich hier auf der strasse noch keinen menschen leacheln sehen, alle gucken immer ganz grimmig und in sich vertieft. zudem weicht niemand auf dem buergersteig aus und anrempeln gehoert zum guten ton. dazu muss ich allerdings sagen, dass sie strassen hier teiweise extrem eng sind, die buergersteige entsprechend. trotzdem, es quetscht sich irgendwie niemand ausser mir an jede noch so dreckige hauswand, um jemandem platz zu machen, laechelnderweise. bis jetzt hab ich noch nicht einmal ‚merci‘ vernommen. naja, aber dafuer sind die busfahrerInnen sehr freundlich, sagen einem persoenlich guten tag und verabschieden sich von allen fahrgaesten, bevor sie ihren dienst beenden und aussteigen. um mal bei den fortbewegungsmitteln zu bleiben, besonders lieb haben die hier ihre autos nicht. also ich find das eher sympatisch, das auto nicht wie das eigene kind, sondern eher als gebrauchgegenstand zu behandeln. besonders gut laesst sich das am parkverhalten feststellen und an den vielen kleinen und grossen souvenirs bisheriger parkmanoever. der noch so kleinste paltz wird genutzt, auch wenn man das auto davor oder dahinter halt ein bisschen wegschieben muss. und dann stehen sie da, nase an po, und warten darauf, genauso wieder ausgeparkt zu werden. im gegensatz dazu sind die kulinarischen und kuenstlerischen genuesse von gesteigerter wichtigkeit. fuer essen bezahlt man hier horrende preise, wenn man nicht grad zu lidl geht. von jean-yves wird jede tuetensuppe, die ich mache, mit einem verzweifelten gesichtsausdruck kommentiert. er kocht mir jetzt immer ne schuessel suppe mit und gestern gabs soufflé.

nanschy: ansteckend

heute morgen in der metro einen mann gesehen, der zeitung liest und dabei mit geschlossenem mund gaehnt. ich fange natuerlich sofort an, das gleiche zu tun. als sich sein gesichtsausdruck aber nach ner halben minute immer noch nicht aendert, beginne ich stutzig zu werden. anscheinend ist sein gesicht immer so und es tat mir leid, dass ich gegaehnt hatte. wie sagt man am charmantesten auf franzoesich: „ich find es ja sehr nett, dass du wenigstens den klodeckel ganz hochklappst, wenn du schon im stehen pinkeln musst, aber kannst du ihn danach vielleicht auch wieder runterklappen?“ mein mitbewohner, ein bisschen etepetete und muttersoehnchen und dann das, und tueren knallen kann er wie ein weltmeister. ich mach jetzt jeden abend, wenn ich nach hause komme, erstmal meine insektenvernichtungsrunde, immer sehr ertragreich. der tausendfuessler, von dem ich neulich schrieb, ist uebrigens ein hundertfussler und hat sehr viele verwandte bei mir im zimmer. die sehen alle ungefaehr so aus, natuerlich in verschiedenen groessen:

uebrigens ist das hier nicht mein bad mit diesen komischen haaren, nicht dass da missverstaendnisse entstehen, denn es gibt ja google…morgen bin ich erstmal in genf, ein kleiner ausflug mit dem tgv, ich freu mich schon, ich liebe zugfahren. hoffentlich laeuft wieder alles reibeungslos, gestern war hier naemlich generalstreik. ich hatte deswegen frei, war aber fleissig fotos machen, in der wunderschoensten herbstsonne. langsam beginnen auch hier die blaetter von den baeumen zu fallen und die nasen fangen an zu laufen…

nanschy: kontakte

hab gerade eben meine ersten kontaktabzuege gemacht, heute nachmittag gehts weiter, jetzt erstmal kontakte pflegen und stephan zum mittag treffen. ich werd noch richtig franzoesisch, einfach zweimal am tag warm essen und morgens nuescht, wobei ich doch sooo unglaublich gerne fruehstuecke. samstag der berlinalexanderplatzfilmmarathon war super, aber ich hab nur 4 stunden geschafft. ist aber auch ein krasser stoff, stand danach noch voellig paralysiert in der kloschlange, da guckt mich die frau vor mir unentwegt an und laechelt. ploetzlich faengt sie an zu reden, franzoesisch natuerlich und ich verstehe nichts. das sage ich ihr dann und plotzlich sagt sie das gleiche nochmal in deutsch, mit dem lieblichsten franzoesischen akzent: „sie sehen aus wie hanna schygulla (eine der schauspielerinnen in dem gerade gesehenen film), sie haben auch so ein rundes gesicht und die haare, sie ist sehr schoen.“ ich fuehle mich geschmeichelt…wobei die haare der hanna mehr so wie in die steckdose gefasst aussahen, naja, da waren wohl meine an dem tag auch mal wieder etwas stoerrisch. und am freitag waren tokio hotel in der stadt, 10000 kreischende teenies, dieses phaenomen werd ich wohl nie verstehen…und t-shirt heisst hier tee-shirt, faellt mir nur grad so ein! muss essen…

Stephané: so einiges

ohja, die letzten Tage ist viel passiert. Die arbeit macht immernoch riesig spaß und meine mitarbeiterInnen akzeptieren mich immer mehr habe ich das gefühl. Ich komme vorwärts und die Jugendlichen sind auch gewillter mit mir zu kommunizieren. Letzten Donnerstag war ich in einer riesigen WG und wir haben mit knapp 16 Leuten „Werwolf“ gespielt. Dieses Spiel in dem jedeR eine Rolle zugeteilt bekommt und alle die Augen schließen müssen und wenn sie diese wieder öffnen ist eineR tod. Ich will das auch, aber mensch kann es bestimmt auchselbst basteln. Jedenfalls haben wir bis knapp 2Uhr morgens gespielt, diskutiert und gemordet. SUPER!!! Gestern hatten wir im Jugendzentrum Theaterfest. Viele kleine Gruppen haben verschiedenartige Darbietungen gebracht. Forumtheater, Improvisationstheater, Märschenstunde, Tanzeinlagen und am ende des Tages noch eine Party mit netter Live-Mucke. Hab mal wieder ganz schön gebechert, mich aber auch wunderbar unterhalten. Ist schon was anderes mit den Menschen außerhalb der Arbeit zu quatschen. Manchmal merkt ich garnicht die vielen Biere, erst wenn ich dann im Bett liege und versuche einzuschlafen und sich alles dreht, boahh! Jetzt haben wir Sonntag und mein Kopf brummt ganz schön. Ich sollte eigentlich langsam mal mit der Facharbeit beginnen, aber jetzt … . Ich finde es auch ganz schön schwierig.
also bis bald